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		<title>Neulich auf Borkum</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 12:15:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Gott hat uns das Essen gegeben. Und der Teufel gab uns die Köche.“ Italienisches Sprichwort Inseln. Ich liebe sie seitdem ich als Kind „Tim Taler“, „Meuterei auf der Bounty“ und „Die geheimnisvolle Insel“ sehen durfte, ich die Bücher „Moby Dick“ oder „20.000 Meilen unter dem Meer“ verschlungen habe. Ob „Phuket“, „Bora Bora“, „Bali“ oder „Key [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1635&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><br />
</strong></p>
<p><em>„Gott hat uns das Essen gegeben. Und der Teufel gab uns die Köche.“</em></p>
<p>Italienisches Sprichwort</p>
<p>Inseln. Ich liebe sie seitdem ich als Kind „Tim Taler“, „Meuterei auf der Bounty“ und „Die geheimnisvolle Insel“ sehen durfte, ich die Bücher „Moby Dick“ oder „20.000 Meilen unter dem Meer“ verschlungen habe.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/mc3b6wen.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1641" title="Möwen" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/mc3b6wen.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Ob „Phuket“, „Bora Bora“, „Bali“ oder „Key West“, Inseln ziehen mich magisch an. Mir gefällt die Idee der Isolation, der Unberührtheit, des Geheimnisvollen, umspült von den unendlichen Weiten des Meeres. Und ich liebe Fisch.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/meer-mit-schiff.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1637" title="Meer mit Schiff" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/meer-mit-schiff.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Mir gefällt auch der Gedanke mich von den Menschen zu entfernen. Das mag auf manchen Inseln noch möglich sein, dürfte auf den typischen deutschen Urlaubszielen jedoch schwierig werden. So auch auf Borkum. Dennoch ein wundervoller Platz herrlichster Natur, jedoch frequentiert von Myriaden teutonischer Herrschaaren, einer davon ich selbst, ich mag es nicht leugnen. Ausländer sieht man eher selten. Dies und manch Anderes könnte der Grund sein, für das mehr als übersichtlich strukturierte &#8216;kulinarische&#8217; Angebot auf diesem Island. Man hat es mehr als offensichtlich nicht nötig sich richtig anzustrengen, es sind ja genug zahlungskräftige, deutsche Touristen hier.</p>
<p>In klaren Worten : Ich war entsetzt! Nicht nur das es während der ersten Tage meines recht kurzen Aufenthaltes saukalt war und in Strömen regnete (Es regnete so heftig, daß ich durchgeweicht bis auf die Knochen sogar auf die Nutzung meines Mobiltelefons verzichten musste, daß sich im monsunartigen Niederschlag irgendwann mit einem synthetischen Seufzer in die ewigen Jagdgründe verabschiedete).</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/leuchtturm-neu.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1642" title="Leuchtturm neu" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/leuchtturm-neu.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Also nicht nur das es regnete und kalt war, nein, noch mehr enttäuscht war ich von den hier gebotenen nordischen Speisen, bin ich doch ganz großer Fan von Fisch und Meeresfrüchten und dachte hier am Ziel angekommen zu sein. Doch es kam ganz anders.</p>
<p>Nun ist es kein Geheimnis, daß ich von den meisten typisch deutschen Zubereitungsarten, sieht man vom Fränkischen ab, eher weniger begeistert bin und sie zumeist meide wie die Pest, weil ich sie als langweilig, fade, uninspiriert und häufig auch als viel zu fett empfinde. Ich liebe weder Eier- noch Mehlspeisen, noch bin ich großer Fan von Brot, mach mir mal garnix aus geräuchertem Fisch, finde Sahne auf Salaten entsetzlich, Schweinefleisch einfach nur langweilig, brauche weder Kartoffeln noch Bier.</p>
<p>Das man auf einer so zauberhaften Insel wie Borkum dann aber an allen Ecken und Enden fast ausschließlich ein vollkommen homogenes Allerlei bestehend aus fettem Matjes, Schweinelende mit dicken Sahnesaucen, in altem Fett frittierten Pommes &amp; fettigem, panierten Fisch auftischt, war dann doch ein Schock. Nachdem ich in etwa 25 verschiedenen Restaurants die Speisekarten prüfte, ungläubig und in anfangs noch nicht warhabend wollender Haltung ob des gebotenen Gaus, stellte ich bald fest, daß nicht nur die Speisen selbst sich ähnelnden, nein, selbst deren in tumber germanischer Lyric simpel dargestellten Umschreibungen glichen sich wie eine Möwenfeder der anderen. Ich war entsetzt. Ich probierte. Es schmeckte erwartungsgemäß überall konform beschissen. In den meisten Lokalen war es eng, laut, unbequem, irgendwie einfach nur doof. Der Fisch den ich mitunter im Einkaufszentrum nahe meines Büros zur Mittagszeit hastig und (glauben Sie mir) notgedrungen, bei „Nordsee“ verschlinge, mundet mir zumeist besser als das auf Borkum gebotene Desaster desolater deutscher Fresskultur.</p>
<p>Es war so entsetzlich. Ich meine, wer Matjes mag ist hier klar im Vorteil, <em>aber jeden Tag</em> ? Wer jemals in Belgien oder Holland gewesen ist, prinzipiell nen Steinwurf von Borkum entfernt, weiss über die dort erlesenste Auswahl genialer Speisen, die quasi aus den gleichen Grundprodukten zu häufig kleinen Preisen gezaubert werden. Nicht so auf Borkum. Hier war alles so teuer wie in der Frankfurter City, so einseitig wie bei McDonalds, so ungemütlich wie im Brennessellbeet meiner Großmutter und so laut wie in der Einflugschneise unseres wundervollen Flughafens. Schon wollte ich abbrechen und doch noch nach Thailand umbuchen, aber „hey, gib dem Felsen hier ne Chance“, dachte ich, und erforschte weiter.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/alter-leuchtturm.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1643" title="Alter Leuchtturm" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/alter-leuchtturm.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a></p>
<p>Ich will es kurz machen : Da gab es nicht sehr viel zu erforschen. Als EINZIGES deutsches von 2 Restaurants in denen es mir wirklich so richtig gut geschmeckt hat, sei hier das „Alt Borkum“ erwähnt. Ich schulde es einfach den wirklich netten Besitzern, die mir wenigstens den letzten Abend mit richtig leckerem, norddeutschem Essen versüßten. Es gab den obligatorischen Matjes, allerdings in herausragender Qualität, gebettet auf einem wirklich knusprigen Stück Rösti (hört zu Ihr Dilettanten von Köchen anderer Kneipen : KNUSPRIG!!! Ihr VERSAGER!!!!), begleitet von rohen Zwiebeln und Wildpreiselbeeren (!). Eine kongeniale Geschmackskomposition. Anschliessend eine sämige Suppe von Krabben, nussig im Geschmack, ein norddeutscher Klassiker, ein Muss, danach eine Auswahl 4 verschiedener Fische (Knurrhahn, Butterfisch, usw.) leicht mehliert und auf den Punkt gegart (An die VERSAGER : L E I C H T mehliert, <span style="text-decoration:underline;">nicht</span> in pappigem, ranzigen, schweren, fetten Teig ERTRÄNKT!!). &#8211; Es war perfekt.</p>
<p>Dann gab es da diesen Italiener. „Höhö, fährt nach Borkum und geht beim Italiener essen“, höre ich Sie sagen. Ja. Weil ich bei diesem sizilianischen Typen keine Pizza „Capricciosa“ bestellt habe sondern unter Anderem den Tintenfisch vom Grill (vom GRILL. Nicht aus der Pfanne. Vom G R I L L. Macht einen kleinen aber gravierenden, geschmacklichen Unterschied.), dazu eine „Salsa Verde“ zum niederknien, aus frischen Kräutern und einem dicken, goldenen Olivenöl gefertigt. Ein Bekannter bestellte Tintenfisch &#8216;Livornese&#8217;, mit Tomaten, Knoblauch, Oliven, Kapern &amp; Sardellen, was ähnlich lecker, jedoch weitaus weniger subtil, schmeckte. Der Tintenfisch war auch keine tiefkühlverseuchte, geschmacklose Leiche wie diese blassen, eingekerbten Zylinder, die beim Chinesen in Glutamat schwimmen und aussehen wie aus einem Danny Boyle &#8211; Film, sondern ein aromatischer Sepia mit süßem Eigengeschmack vom Feinsten. Im Angebot waren auch ein 600 Gramm T-Bone Steak göttlicher Konsistenz, aussen knusprig, innen saftig „englisch“, mit Zitrone, Pfeffer und Olivenöl genossen und wirklich, wirklich gute Pasta, frisch geriebener Parmesan, supernette Bedienung und endlich mal Salat ohne schmieriger Sahnepampe obenuff, und all dies von uns mit Applaus lautstärker kommentiert als es Kermit der Frosch in seiner „Muppet Show“ jemals hätte vollbringen können.  Der Laden heisst „Mama Mia“ und ist in der Bismarck Strasse. Wenn Sie einen fetten Sizilianer sehen der Frauen aus Überzeugung ignoriert und weiss, daß er gut ist, haben sie ihn gefunden. Es gibt wahrscheinlich noch bessere Italiener auf der Welt, aber leider kaum bessere Küchen auf Borkum</p>
<p>Natürlich ist die Insel selbst klasse. Es gibt auch urige Kneipen und viele skurrile Typen, die alle sehr nett sind und mit denen man prima ins Gespräch kommen und sich bereit morgens um 10 Uhr die Kante geben kann.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/hombre.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1646" title="Hombre" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/hombre.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/calvados.jpg"><img class="size-medium wp-image-1638 aligncenter" title="Calvados" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/calvados.jpg?w=180&#038;h=240" alt="Schnäpse bekommst Du im Norden schon morgens um 10..." width="180" height="240" /></a></p>
<p>Der Nordstrand ist etwa 2 Kilometer breit und 10 Kilometer lang, sowas gibt es wirklich nur ganz selten.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/nordstrand.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1640" title="Nordstrand" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/nordstrand.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Man erspart sich einen langen Flug zu den Gestaden ferner Länder wo der Sand auch nur aus kleinen Körnchen besteht und die Meeresluft alleine ist schon einen Aufenthalt wert. Sie können Robben am Strand beobachten, wandern, zelten, surfen,  Drachen steigen lassen oder einfach nur allein sein.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/sonnenuntergang.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1639" title="Sonnenuntergang" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/sonnenuntergang.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Wenn Sie also Natur mögen, dann fahren Sie nach Borkum.Wenn Sie allerdings gesteigerten Wert auf kulinarische Erlebnisse legen, sollten Sie besser nach Belgien oder Holland fahren. Oder nach Frankreich. Oder Thailand. Warum nicht nach Peru ? Ich habe in der letzten Woche jedenfalls 2 Kilo abgenommen. Spricht für sich selbst.</p>
<p><em>Und welche Filme sehen wir danach ?</em></p>
<p>„Meuterei auf der Bounty“ wäre angesichts der desolaten kulinarischen Landschaft mehr als nur eine Option, ich präferiere hier die sensationell gut besetzte „Neuverfilmung“ mit Anthony Hopkins als finsteren Kapitän und Mel Gibson als &#8216;Fletcher Christian&#8217;. Ein grandioses Drama, mehr noch als das Essen auf Borkum. Mehr ein Kinder- und Jugendfilm ist „Nordsee ist Mordsee“ dessen Titel auch als Anleihe für die kulinarische Sitation auf Borkum Taug hat. Für die Nostalgiker passt „Key Largo“ mit Humphrey Bogart und wer es lieber rau mag dem sei „Moby Dick“ empfohlen, am besten die Fassung mit Anthony Perkins als Captain Ahab, dessen  Bordverpflegung nur unwesentlich schlechter gewesen sein dürfte als das was man mir vorsetzte.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/taucherhelm.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1644" title="Taucherhelm" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/07/taucherhelm.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Mein persönlicher Liebling aller maritimer „Inselfilme“  ist dann aber „The Beach“, sowohl als Buch als auch Film, man muss Leonardo Di Caprio ja nicht lieben, aber der Streifen ist cineastisch herausragend und strahlt eine selten erlebte psychedelisch-suggestive Kraft aus, die gutes Essen fast Überflüssig macht.</p>
<p>Alex</p>
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		<title>Filmbesprechung, Wallstreet II</title>
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		<pubDate>Thu, 30 Jun 2011 06:27:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Filme]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Blog sollte ja auch Platz für dieses andere Hobby, den Film, bieten. Auch wenn Wallstreet II schon vor einer Weile erschienen ist, hier nachträglich meine Kritik &#38; Empfehlung. Wall Street II Einen Oliver Stone Film schaut man sich nicht an, weil man sich leise Töne und subtile Gesten erhofft. Stone ist bekannt dafür, amerikanische [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1630&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Blog sollte ja auch Platz für dieses andere Hobby, den Film, bieten. Auch wenn Wallstreet II schon vor einer Weile erschienen ist, hier nachträglich meine Kritik &amp; Empfehlung.</p>
<p>Wall Street II</p>
<p>Einen Oliver Stone Film schaut man sich nicht an, weil man sich leise Töne und subtile Gesten erhofft. Stone ist bekannt dafür, amerikanische Geschichte in unterhaltsame Geschichten zu packen und diese mit sehr direkten Worten und lauten Bildern zu erzählen. Ich habe jeden seiner Filme mindestens zweimal gesehen und bin ganz großer Fan von sowohl Stone als auch dem Protagonisten, Mr. Michael Douglas alias <em>Gordon Gekko</em>, also bin ich nicht gerade erste Wahl um sein neues Werk , „Wall Street II“ , objektiv beurteilen zu können. Stone bildet Amerika so ab, daß Menschen die Amerika nicht kennen, in ihrer Erwartungshaltung nicht enttäuscht werden und Kenner des Landes gleichzeitig zustimmend mit dem Kopf nicken und schelmisch die auf Hollywood getrimmte leicht überzeichnete und zumeist überbordende Bilderflut aufsaugen. Wäre Stone Koch würde er uns ein 800 Gramm New York Strip Sirloin, medium rare, nicht nur mit 10 verschiedenen Saucen, sondern gerade mal als <em>Vorspeise</em> servieren, wenn Sie verstehen, was ich meine. Wo andere Filme nach einer knappen Stunde bereits in Richtung kommerzieller Endungen auslaufen, fangen die im Durchschnitt  180 Minuten langen Werke Stones erst an. Die Stimmen und Kritiken im Vorfeld waren allerdings mehr als bescheiden und schraubten meine Erwartungshaltung ein klein wenig herunter. Man kennt das ja, mit dem berühmten „2. Teil“ von Kultfilmen. Da das Überraschungselement des 1. Teils fehlt, für das „Wall Street“ seinerzeit die vielen Lorbeeren einheimsen konnte (denn sowas hatte man zuvor noch nicht gesehen), haben es Fortsetzungen per se schwer in der Gunst der Kritiker. Aber was wissen <em>die</em> schon. Wall Street II ist handwerklich mal wieder ein perfekter Oliver Stone Film. Der Mann beherrscht es einfach, Stimmungen in opulenten Bildern einzufangen bei denen man „ganz nah dran“ ist, die aber im Gegensatz zu den Werken  des z.B. hoch ausgelobten Regie-Kollegen Steven Soderbergh, nie distanziert, gewollt verwackelt oder blass wirken, um Realismus zu simulieren. Einen Oliver Stone Film muss man sich in voller Breitwand geben und ich war mehr als angetan das Werk in Frankfurt größtem Kino, dem Cinestar Metropolis, Saal 6, genießen zu dürfen. Stone führt uns hinter die Kulissen des amerikanischen Geldadels und der großen Räder im Getriebe des Finanzmarktes und befriedigt unsere Lust am Spannen auf eine Geheimgesellschaft, zu der die meisten von uns keinen Zutritt haben dürften. Das ist vor allen Dingen angesichts jüngster Ereignisse mehr als spannend. Das Set-Design ist überwältigend, ja, fast möchte man sagen, es ist reeller als die Realität. Niemand sonst kann in Panik versetzte Männer in Hemdsärmeln so überzeugend schwitzen lassen und läßt Konferenzräume so bedrohlich, lebendig, plastisch wirken. Von der Wandtäfelung über die obszön teuren Gemälde, bis hin zu verkratzten Aschenbechern, von stundenlagen Meetings durchgeschwitzten und zerknitterten Hemden, sowie zugehöriger angebissener Donuts, man meint förmlich die Atmosphäre schmecken, fühlen und riechen zu können. Der Film ist irgendwo auch eine Ode an New York nach 9/11 und in gewohnt detailverliebter Manier fängt Stone in unendlich vielen Schnitten die Stimmung des Big Apple ein, zeigt Gebäude in der Totalen als auch winzige Details, fährt wie eine Achterbahn durch die Schluchten der chromatösen Bankpaläste, fängt Menschen und Stimmungen ein, und filmt New York, wie es sonst kaum einer vermag.</p>
<p>Es dauert lange bis uns der Film endlich Blicke auf das Leben des Antihelden Gordon Gecko werfen läßt. Dafür darf Michael Douglas im 2. Teil einen wesentlich vielschichtigeren Charakter spielen als anno 87 und er tut dies bravourös. Gekko ist der maliziöse Magnet, ähnlich eines Hannibal Lektors, mit dem sich niemand zu identifizieren wagt, der aber das Publikum aufgrund seiner unwiderstehlichen Anziehungskraft, seiner Intelligenz, seiner massiven Präsenz, in seinen Bann zieht. Vor dem Hintergrund der jüngsten Finanzkrise beobachtet Gekko fast schon amüsiert den Untergang des amerikanischen Finanzimperiums und bewältigt seine gesellschaftliche Ächtung und finanzielle Verbannung nur mit Hilfe gut gefüllter Gläser Whiskey und dem Trost, das einige von seinen Ächtern im Zuge der Krise ebenfalls untergehen dürften. Nie ist man wirklich sicher, ob man hier Zeuge einer Verwandlung vom Saulus zum Paulus wird, oder was dieser Mann tatsächlich im Schilde führt. Mit Josh Brolin perfekt besetzt wird ein wundervoller neuer „Bösewicht“ eingeführt der in seiner Rolle des „bösen Bankers“ in seinem dunkel getäfelten Büro unter einem Gemälde von Hironymus Bosch wirkt wie Mephisto persönlich und neben dem Gekko fast schon ein bisschen zu sympathisch erscheint. Die als kleine Sensation zu bezeichnende größte Überraschung ist dann die von mir hoch verehrte Susan Sarandon in einer nicht ganz so kleinen Nebenrolle als Immobilienmaklerin, der im Strudel der Finanzkrise der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Typisch für Stone, daß er sich die in jüngster Zeit leider etwas rar in Erscheinung getretene Sarandon für diese Rolle aussuchte. Sie gibt dem Film diesen gewissen Spice, der so typisch ist für einen Oliver Stone Film. Neben diesen Titanen der schauspielerischen Riege Hollywoods verblassen dann allerdings etwas die Jungprotagonisten, die meiner Meinung nach zwar nicht fehlbesetzt sind, aber beide etwas trübe wirken, auch wenn sie als Antidode zu den sinistren Wirtschaftslenkern und als Identifikationsfiguren für die junge Generation funktionieren mögen.  Man vergisst halt immer leicht, daß ein Film leider auch Geld einspielen muss,  auch wenn Stone sich bekanntermassen bei den Studios nicht wirklich anbiedert. Babyface Shia La Bouef, der noch vor kurzer Zeit auf der Leinwand vor irgendwelchen Robotern aus dem Weltall wegrennen musste, nimmt man den smarten, übermotivierten Broker jedenfalls nicht so ganz ab, da war Koksnase Charlie Sheen im 1. Teil irgendwie überzeugender. Noch weniger glaubhaft ist die Rolle von Gordon Gekkos Tochter, als finanziell gänzlich desinteressierte Umweltaktivistin, wobei die Rolle zugegebenermassen weniger aufgesetzt wirkt als sie es hätte sein können. Die größte Kritik musste der Film wohl wegen der Metamorphose vom Finanz- zum Familien-Drama einstecken und das Ende wirkte dann leider doch mal wieder so, als hätte man nach bekannter Hollywood-Manier einem Testpublikum zuvor mehrere Varianten gezeigt und die Verträglichste ausgewählt. Aber was soll man machen, That&#8217;s Hollywod.</p>
<p>Insgesamt ist der Film hoch unterhaltend, visuell opulent, mit wenigen Ausnahmen sensationell besetzt und spannend bis zum Schluss. Wer den 1. Teil tatsächlich nicht kennen sollte, wäre allerdings gut beraten, ihn sich vorher anzusehen, sonst fehlt vielleicht etwas von der Tiefe, die möglicherweise auch den Kritikern abgegangen sein mag.</p>
<p><em>Für Fans von</em> : „Wallstreet“ (1987) , „Noble House“ , „JFK“</p>
<p><em>Was trinken wir dazu ?</em> : Einen großen Humpen Jack Daniels auf Eis.</p>
<p>Der Autor versichert keine Provisionen für die Auslobung des Werkes zu erhalten. Er ist einfach nur ein riesen Fan von Michael Douglas, Susan Sarandon und vor allem Oliver Stone Filmen.</p>
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		<title>Reise nach Polen, Teil II. Zu Gast in der Kuchnia Chrisa.</title>
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		<pubDate>Tue, 31 May 2011 13:51:50 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[„So did you have a good time drinking whiskey and rhyme ?” “ Long Time Ago”, Concrete Blonde Wer hat eigentlich gesagt Poznan sei öde und grau und man wolle hier nicht mal tot über dem Zaun hängen ? Es kann nicht ausschliesslich an meiner neu gewonnenen, positiven Lebenseinstellung, ganz sicherlich auch nicht an der [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1591&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„So did you have a good time</strong></p>
<p><strong>drinking whiskey and rhyme ?”</strong></p>
<p style="text-align:center;"><strong>“ Long Time Ago”, Concrete Blonde</strong></p>
<p>Wer hat eigentlich gesagt Poznan sei öde und grau und man wolle hier nicht mal tot über dem Zaun hängen ? Es kann nicht ausschliesslich an meiner neu gewonnenen, positiven Lebenseinstellung, ganz sicherlich auch nicht an der billigen Kamera, gelegen haben, daß ich Poznan als einen Ort mit durchaus lebensbejahenden, wunderbaren Menschen, bunten Häusern und kreativen Momenten erleben durfte. Sicherlich, es gibt diesen morbiden Charme verfallener, dennoch romantischer Gebäude, wie man sie z.B. von Gent oder Venedig her kennt.</p>
<div id="attachment_1593" class="wp-caption aligncenter" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/bunte-hc3a4user-in-poznan.jpg"><img class="size-full wp-image-1593" title="Bunte Häuser in Poznan" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/bunte-hc3a4user-in-poznan.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">So schön bunt kann Poznan sein.</p></div>
<p>Nun kam ich aber nicht als Kulturanthropologe angereist und, Hand aufs Herz, nach einer echt langen Zeit voller Entbehrungen und Arbeit wollte ich hier mal nen paar Tage „Urlaub“ machen.</p>
<div id="attachment_1594" class="wp-caption aligncenter" style="width: 245px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/der-lustige-glc3bcckshase.jpg"><img class="size-full wp-image-1594" title="Der lustige Glückshase" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/der-lustige-glc3bcckshase.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Der lustige Glückshase.</p></div>
<p>Daher erspare ich mir weitere Kommentare in Richtung Sozialgefüge, Politik &amp; Architektur. Es ging mir doch eh nur ums Essen.</p>
<p>Die Kuchnia Chrisa ist, daß wissen natürlich bereits viele der geneigten Leser, eingebettet in die Katakomben des örtlichen Theaters.</p>
<div id="attachment_1595" class="wp-caption aligncenter" style="width: 245px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/das-theater-novum.jpg"><img class="size-full wp-image-1595" title="Das Theater Novum" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/das-theater-novum.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">In diesem schönen Theater versteckt sich die Kuchnia Chrisa!</p></div>
<p>Wieder steige ich Treppen hinab, diesmal vom Typ der „ausladend marmorierten Herrschaftshäuser einer längst vergangenen Kolonialzeit“, die sich ausladend in die Tiefen des Bauwerks erstrecken um sich dann, nachdem wir großformatige Fotografien der hier auftretenden Künstler passiert haben, eine davon die charmante Lebensgefährtin meines Freundes, in einen weitläufigen Raum zu ergießen, der weitaus großzügiger, geschmackvoller und vor allen Dingen wärmer anmutet als gedacht, und dessen bereits im Internet zahlreich ausgestreute Fotos ihm in keinster Weise gerecht werden. Ich bin angekommen, ich bin in endlich in der Kuchnia Chrisa.</p>
<p>Als bekennender Freund alkoholischer Getränke steuere ich erstmal sofort und ohne Kompass oder jeglicher Orientierung in den Tiefen des  „Theatre Novum“ zielsicher und fast automatisch die große, runde Bar an. Die Barhocker sind von dermassen massiver Baukunst das man auf ihnen selbst im Vollrausch schwerlich umkippen könnte. Eine solide Basis für die kommenden Tage. Vergangene Erlebnisse haben meinen Bedarf an Alkohol längst angefeuert. Mein lieber Freund läßt den Barman wissen, daß ich für die Zeit meines Aufenthalts haben könnte, wonach immer mir gelüstet. Den Satz lasse ich mir kurz auf der Zunge zergehen. Der wohlgemeinte Kommentar wird in voller Professionalität des geschulten Personals weder kommentiert noch ist es mir im Zuge meiner ekstatischen Erwartung  möglich auch nur die geringsten Zeichen einer Körpersprache des polnischen Barkeepers zu deuten, während er mir mit vollem Schwung aus der Hüfte den von mir präferierten Wein kredenzt. Mein Blick schweift die heiligen Hallen und ich fühle mich aufgrund der Einrichtung und der grandiosen farblichen Abstimmung dieses sehr schönen Restaurants an die Art Deko des Grand Hyatt HongKong erinnert, wobei zugegebenermassen der Vergleich etwas hinken mag, man möge mir verzeihen, aber Formen und Farben drängen mir den durchaus positiv gemeinten Vergleich zur dortigen „Champagne Bar“ förmlich auf, woran auch die mitunter erlesenen Grazien Schuld haben mögen die sie wohl nicht nur wegen mir dort drapiert hatten und derer ich bereits in der ersten Nacht abschwören musste um nicht sofort abzustürzen. Grandiose scharzweiß Fotografien diverser Pop-Künstler, fotografiert von der Künstelerin Monika Liszicka, von U2 über Sinead O&#8217;Connor bis Stones, hängen großformatig an der Wand, Kerzen flackern feucht, warmes braun &amp; karamell leuchten in Erwartung der kommenden Gäste. Ein Ort mit ästhetischem Anspruch. Ich finde ein paar runde Tische (seufz) und wir nehmen an einem derselben Platz um uns diesem Abend gemächlich zu entspannen , vielleicht zu betrinken, bestimmt aber durch die Speisekarte zu fressen, und vielleicht auch um eine sehr lang zurückliegende Zeit zu reminiszieren, zu derer wir regelmäßg an solch großen, runden Tischen platz nehmen durften, damals, als das Leben jünger und die Seele leichter war.</p>
<p>In der Gastronomie ist es kein Geheimniss, daß der Gast sich über die ihm servierte Vorspeise einen Eindruck des folgenden Abends und konsekutiven kulinarischen Erlebnisses machen wird,  daß dieser Eindruck sehr prägend sein dürfte, weshalb man in der Regel ein erhöhtes Augenmerk auf diese so wichtige Einleitung eines Menus legen wird. Nun sind wir hier zwar nicht bei Bocuse, doch das die von mir in hoher Erwartung bestellte Vorspeise so unglaublich gut ausfallen würde, war dann doch selbst mir unheimlich.</p>
<p>Auf meinem Teller liegen zahlreiche Tranchen eines kongenial roh marinierten Lachscarpaccios (Dominique der Koch wird mir am folgenden Tage im Detail erklären, wie er dies bewerkstelligte, aber fast bin ich froh das ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in diesen durchaus aufwendigen Prozess eingeweiht wurde und das Kunstwerk nur staunend bewundern darf ohne wirklich zu begreifen, wie zum Teufel man so etwas hinbekommt!).</p>
<div id="attachment_1596" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/lachs-mit-kaviar.jpg"><img class="size-full wp-image-1596" title="Lachs mit Kaviar" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/lachs-mit-kaviar.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Das sensationelle Lachscarpaccio.</p></div>
<p>Wissen Sie noch wie das damals war, als Sie 5 Jahre jung an Heilig Abend vor dem brennenden Christbaum standen ? Genau <em>so</em>.</p>
<div id="attachment_1598" class="wp-caption aligncenter" style="width: 245px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/vorspeise-wird-angerichtet1.jpg"><img class="size-full wp-image-1598" title="Vorspeise wird angerichtet" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/vorspeise-wird-angerichtet1.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Das Lachscarpaccio wird angerichtet.</p></div>
<p>Auf dem Lachs liegen frische, knackige, dünn geschnittene Streifen von der Gurke als <em>kühle</em>r, und frische Kresse als <em>scharfer</em> Akzent. Daneben ein paar Kleckser Caviar. Kein Beluga, kein Sevruga, wohl Osrietta, aber immerhin. Die Sensation ist ein darauf platzierter Schlag eiskalten Sorbets (!) von Mango und Wasabi. Um dieses kleine Kunstwerk perfekt abzurunden ist alles mit Sesamöl gesprenkelt, welches das Gericht mit seinem Aroma leicht beherrschte, aber zu keiner Zeit übertönte. Die süßliche Schärfe der frischen Kresse ergänzte diese kongeniale Symbiose voll Textur &amp; Aromen die sich mit einer harmonischen Säure im Wasabi-Mango-Sorbet spiegelte. Ein Künstler, wer dies erdacht. Ich esse alles leider viel zu schnell auf, nehme mir vor es am nächsten Abend noch einmal zu bestellen, was ich vergessen werde. Ein einmaliges, wundervolles Erlebnis, ein kulinarischer „one night stand“. Insgesamt Sterneküchen-Niveau. Yeah.</p>
<p>Und was tranken wir dazu ? Mein Freund hatte einen wirklich fabelhaften, französischen Montgolfier Cabernet Sauvignon,  auf der Karte, der wunderbar mit diesem kongenialen appetizer harmonierte und mir bereits vorher an der Bar schmeckte. Wenn Sie mich kennen wissen Sie, daß ich ausser schottischem Whiskey und französischem Wein sowieso kaum etwas trinke. Weil mir halt kaum irgendetwas sonst wirklich schmeckt und ich es auch leid war <em>so zu tun</em> als würde es mir schmecken. Sie dürfen mich einen Ignoranten dafür nennen, mir ist es gleich. Das die <em>Kuchnia Chrisa</em> anbetrachts nicht vorhandener nachhaltiger Nachfrage nach gutem Wein solch Tröpfchen dennoch bereit hält ist eines Lobes defintiv wert.</p>
<p>Wenn man mit so einem Gericht die Latte hoch legt, wird es schwer das bereits Erlebte nochmals zu toppen. Aber warum sollte man sich auch endlos steigern wollen, wenn doch die auf der Speisekarte angepriesenen Gerichte einfach nur Harmonie suggerieren ? So wechselten wir vom Weiswein zu einem wunderbaren, tiefroten, 2006er Margaux, der sich im Laufe des Abends im Glas zu einem göttlichen Bordeaux, einem himmlischen Carbernet, entwickeln sollte. Einhergehend mit solch fabelhaftem Wein lag es für mich dann doch sehr nahe die „Pate“ zu bestellen, die im Stil einer klassischen, französischen Wild-Terrine serviert wurde und vielleicht auch besser als solche hätte annonciert werden sollen, da die Textur für eine Pate eigentlich zu trocken, der Geschmack jedoch fabelhaft war. Durch Orangenfilets und ein leckeres, säuerlich-scharfes Chutney wurde die doch sehr herbe Struktur der „Pate“ ausbalanciert und zum Genuss. Der 06er Margaux explodierte dazu an unseren Gaumen. Große Klasse!</p>
<div id="attachment_1601" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/pate.jpg"><img class="size-full wp-image-1601" title="Pate" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/pate.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Die schmackhafte Pate.</p></div>
<p>Mein Freund und Wirt orderte für sich selbst den Tintenfisch. Ein paar Tage später werde ich seinem Koch auch hier zuschauen dürfen, wie man den so gut hinbekommt.</p>
<div id="attachment_1602" class="wp-caption aligncenter" style="width: 610px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/tintenfisch.jpg"><img class="size-full wp-image-1602" title="Tintenfisch" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/tintenfisch.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Tintenfisch mit viiiiil Basilikum obendrauf!</p></div>
<p>OK, wir reden hier nicht über den Typ Oktopus den mein Grieche in Frankfurt vom Mittelmeer, relativ frisch, auf dem Holzkohlegrill zubereitet, sondern über Tiefkühlware aus der Pfanne. Drauf geschissen! Was in der Kuchnia Chria aus dem Kalmaren fabriziert wird ist ne kleine Sensation, sofern man komplexe Aromen unter Verwendung vieler unterschiedlicher Kräuter und scharfer Gewürze mag. Was ich natürlich tu. Also musste ich dem Freund ein paar Gabeln vom Teller stehlen. Es war so super!</p>
<p>Nach soviel feinen Aromen wollte ich ein starkes Stück Fleisch. Also das Steak. Eines der Gerichte der Kuchnia Chria die man auf der Karte ruhig als „signature dish“ ankündigen sollte. Mein lieber Freund, der schon längst nichts mehr für sich selber bestellte (warum denken Sie, ist der eigentlich so schlank, hmm ?) drängte mich förmlich zum Steak. Nicht nur um die ultrahübsche Kellnerin einmal mehr in Beschlag nehmen zu dürfen bestelle ich also das Steak. Ich will es blutig. Nein, NICHT medium. Ich WILL ES BLUTIG. Der Härtetest. Und wissen Sie was, die haben mir das Teil wirklich so geliefert. Drüber eine dunkle Reduktion, von der es ruhig etwas mehr hätte gewesen sein können, daneben die avisierten Feigen, die ich nicht nur liebe, sondern die auch extrem gut zu einem tollen Steak munden. Frische ansautierte Feigen hätten vielleicht noch besser harmoniert als die servierten Scheiben getrockneten Obstes, und ich war nicht ganz mit der in homöopathischer  Dosis servierten Menge der leckeren Soße zufrieden, aber hey, zusammen mit dem Rest des grandiosen Margaux trotzdem ein tolles Erlebnis.</p>
<p>Fast noch besser aber war das halbe Lämmchen das Dominik mal eben so &#8222;nebenbei&#8220; fabrizierte&#8230;</p>
<div id="attachment_1611" class="wp-caption aligncenter" style="width: 324px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/chefchen-mit-lammhc3a4lfte.jpg"><img class="size-full wp-image-1611" title="Chefchen mit Lammhälfte" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/chefchen-mit-lammhc3a4lfte.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Chefchen mit ausreichend Lammfleisch.</p></div>
<div id="attachment_1612" class="wp-caption aligncenter" style="width: 324px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/lamm-vorbereitet.jpg"><img class="size-full wp-image-1612" title="Lamm vorbereitet" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/lamm-vorbereitet.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">So hat der Koch es dann in den Ofen geschoben...</p></div>
<div id="attachment_1613" class="wp-caption aligncenter" style="width: 324px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/lamm-fertig.jpg"><img class="size-full wp-image-1613" title="Lamm fertig" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/lamm-fertig.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">.. das ist dabei herausgekommen. Lecker!</p></div>
<p>So kann das sein wenn man in der „Kuchnia Chrisa“ Gast ist. Aber ich wollte ja auch in der Küche <em>arbeiten</em>. Noch hatte ich nicht in einer professionellen Restaurantküche wirklich gearbeitet. Sicher, manchmal hab ich bei Freunden in Frankfurt mal den Löffel schwingen, das Messer fallen und die Kellnerinnen nötigen dürfen, aber mit „Arbeit“ hatte dies niemals wirklich etwas zu tun.</p>
<p>Am nächsten Morgen früh rüber ins Restaurant. Der Chef hat zu tun, ich entere die „Profiküche“. Was ist also „Profi“ an einer Restaurantküche ? Nun, abgesehen davon, daß hier Geld verdient werden soll ist der Ofen ist ein großes, dampfendes, heisses Monster und spuckt Sie den ganzen Tag mit Damp zu. Es ist eng und heiß und exakt genau so , wie mein Gott Anthony Bourdain das in seinen Büchern schreibt. Das Lustige ist das etwa 99% seiner Leser glauben das er aufgrund seines Drogenkonsums masslos übertreiben würde, aber die Realität ist wesentlich brutaler als die übertriebenste Beschreibung eines abgedrehten Kapitels von „Was Sie schon immer über Restaurants wissen wollten.“ Und wer jemals auf Koks war hat schon lange begriffen das man da nur schlecht drauf abschmecken kann. Ich meine, wir stehen zu <em>viert</em> auf etwa 9 Quadratmetern und sollen <em>gutes Essen</em> über einen Zeitraum von etwa 14 Stunden zubereiten. geht’s noch ? Ich wundere mich bereits nach 10 Minuten, das hier überhaupt irgendetwas funktioniert.</p>
<div id="attachment_1603" class="wp-caption aligncenter" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/kc3bcchenteam.jpg"><img class="size-full wp-image-1603" title="Küchenteam" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/kc3bcchenteam.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Das furiose Küchenteam.</p></div>
<p>Artifischl und ich hatten uns darauf verständigt das ich mein ganz eigenes „signature dish“, also den Ochsenschwanz koche. Mir geht fast einer ab, verzeihung, dies endlich mal in einer „Profi Küche“ in einem „wirklichen“ Restaurant tun zu dürfen, nachdem ich das Gericht unzählige Male für Freunde auf Parties zwar zubereiten durfte, wo es dann zu vorgerückter Stunde aber von vielleicht dem Genuss nicht mehr ganz standhaften Gästen sicherlich euphorisch konsumiert, selten reklamiert, vielleicht aber nicht in dem Maße gewürdigt wurde,wie man sich das als Koch halt erhofft hätte. Aber Schwamm drüber.</p>
<p>Nach kurzer Zeit hab ich das Gefühl das mich Artifischls bezahlte Köche für einen Masochisten oder Vollspinner halten, ob der ekstatischen Gefühle die das Arbeiten in dieser kleinen, unterirdischen Hölle bei mir auslöst. Wann immer sich mal die Gelegenheit bietet, verzieht sich unsere kleine Truppe aus 2 Köchen, einem weiblichen Lehrling und mir in diesen Gang, diese noch tiefer liegenden Katakomben, die den Tunnels nachempfunden sein müssen, die sie in den Tiefen New Yorks vermuten, und wir kauern uns alle am Ende einer triefenden, schwarzen Röhre mit tief hängender Decke und 20 Zentimeter über unseren Köpfen vibrierendem Entlüftungssystem auf kleinen Hockern zusammen, tauschen Zigaeretten aus („Ne deutsche Pall Mall Menthol gegen Deinen russischen Import?“), ziehen tief durch und sind froh das unser Gegenüber nicht Gedanken lesen kann. Alles Gentlemen hier, aber in New York wären wir warscheinlich schon nach 10 Minuten im Knast gelandet. Das DSK-Syndrom.</p>
<div id="attachment_1605" class="wp-caption aligncenter" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/mc3a4dels-in-kc3bcche.jpg"><img class="size-full wp-image-1605" title="Mädels in Küche" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/mc3a4dels-in-kc3bcche.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Die Mädels!</p></div>
<p>Meine Aufgabe ist es also eines meiner persönlichen „guten“ Gerichte zu fabrizieren. Da gibt’s schon ein paar, aber aus irgendeinem Grund haben wir uns auf Ochsenschwanz geeinigt, vielleicht weil wir den Menschen etwas bieten wollten, was sie hier nicht jeden Tag geboten bekommen. Also organisierte mein Freund und Chef der Kuchnia Chrisa den Schwanz wiederum über seinen Freund Piotre, den König des „Toga“, und ich bin irgendwie verdammt froh den Schwanz doch noch endlich in 4 blutig ausgestreckten Teilen vor mir liegen zu sehen, nachdem es schon hiess, ich müsste ihn evtl. aus Deutschland mitbringen, weil er in Polen schwer aufzutreiben sei. Bin nicht gewohnt den Schwanz an einem Teil zu sehen, kauf ich ihn doch sonst immer bereits zerschnitten in der Markthalle,  da kommt Dominique, also der Koch und zeigt mir ein verdammt scharfes Hackebeilchen. Und Dominique erklärt mir mit diesem ihm eigenen, doch geteilten Stolz aller Köche auf der ganzen Welt, das das METALL des Hackebeilchens etwa 200 Jahre alt sei, er nur den GRIFF ersetzen musste, und er schwitzt und grinst wie blöde und sein Gesicht wirkt für einen Moment wie eine Momentaufnahme aus Tobe Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“ (der ERSTE Teil!) und 10 Sekunden später haut er gemäß meinem Vorschlag die 4 Schwänze mit irrem Blick und irgendwie grobschlächtig in passende Stücke, und das Beil fliegt so knapp an den Fingern seiner linken Hand vorbei das mir fast schlecht wird, aber er kriegts natürlich hin,  so das ich endlich anfangen kann den verdammten Ochsenschwanz zuzubereiten.</p>
<div id="attachment_1606" class="wp-caption aligncenter" style="width: 324px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochsenschwanz-zerteilt.jpg"><img class="size-full wp-image-1606" title="Ochsenschwanz zerteilt" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochsenschwanz-zerteilt.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Der zerlegte Schwanz. Zumindest ein paar Teile davon..</p></div>
<p>Gastkoch in ner Profiköche. Das ist ungefähr so als wäre es 1982 und Du Herbet Grönemeyer als Reporter auf dem U-Boot in Wolfgang Herzogs „Das Boot“. Eng, laut, heiß, ungemütlich, die Instrumente aus beschlagenem Metall. Niemand nimmt Dich ernst, aber alle sind sie supernett zu Dir. Na klar kann ich den Herd nutzen, also teilen sie mir ne Platte zu. Es ist natürlich die ungemütlich platzierte Platte rechts vorne und ich werde die nächsten 8 Stunden vor der heissen Platte und neben der gekachelten Wand stehen und wie ein Kommiss in meinem Ochsenschwanz rühren, voller Stolz, aber die scheissen auf meinen Stolz, die kapieren garnicht was ich hier mache, und die Kellnerinnen werden sich hinter mir an meinem Arsch vorbeidrücken, während auf den restlichen 9 Quadratmetern „Dominique“, sein Hilfskoch und Kasia, der Lehrling, die Abendgerichte raushauen. Endlich mal hautnah erleben was die Arbeiterklasse in den Abgründen von Restaurantküchen leistet, obwohl ichs gerne noch härter gehabt hätte, denn an den beiden Tagen an denen ich „Dienst“ hielt sich der Ansturm in Maßen, aber vielleicht, wer weiss es schon, war dies auch gut so.</p>
<p>Irgendwann ist auch <em>mein</em> Essen fertig. Nachdem ich den Ochsenschwanz angebraten, rausgehoben, das Gemüse glasiert, den Schwanz wieder reingegeben, mit Rotwein aufgegossen, 4 Stunden eingekocht, das Fleisch erneut rausgenommen, die Soße passiert, den Schwanz sodann wieder zugegeben und nochmals um 4 Stunden auf kleinster Hitze einkoche und die Knochen auslöse&#8230; IST ER FERTIG!</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochse-stunden-reduziert.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1607" title="Ochse  Stunden reduziert" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochse-stunden-reduziert.jpg?w=614" alt="4 Stunden reduziert..."   /></a></p>
<div id="attachment_1608" class="wp-caption aligncenter" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochse-stark-reduziert.jpg"><img class="size-full wp-image-1608" title="Ochse stark reduziert" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochse-stark-reduziert.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">8 Stunden reduziert...</p></div>
<p>Wir wollen das Ragout dann unter uns Köchen mal ausprobieren. Für den Kick raspeln wir irgendwann nachts und nachdem die letzten Gäste schon lange gezahlt haben, neben grobem schwarzen Pfeffer und dem obligatorischen Parmiggiano Reggiano, das von mir mitgebrachte indonesisches „Abon“, ein süßlich einreduziertes, stark getrocknetes Rindfleisch, das mit Chillies und Erdnüssen wie Parmesan geraspelt wird und aussieht wie die Haare von Nachbars Lumpi und das eine Freundin neulich unter Einsatz ihres Lebens verbotenerweise über den faschistoiden Frankfurter Airport eingeschmuggelt hat und auf das Dominique sofort süchtig ist, über den heiß dampfenden Schwanz mit seiner sämigen heissen Soße und ich geb den mir so lieb gewonnenen Menschen in dieser Küche einen Schlag davon und es scheint als fänden sie es großartig. Die Textur des Abon, einer Art haarigen, pulvrigen Faser gleichend, kombiniert als annähernd gewichtsloses Stück Rind genial mit dem sonst fast fließenden Ochsen. Ochse in Texturen. Süße &amp; Schärfe vermählen sich. Es schmeckt uns großartig. Am nächsten Tag werden wir dieses Gericht einer kleinen Gruppe glücklicher Menschen im Restaurant Toga servieren und es hatte den Anschein das sie auch dort alle, einschließlich des Wirts Piotre, zufrieden damit waren.</p>
<div id="attachment_1609" class="wp-caption aligncenter" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochsenschwanz-angerichtet.jpg"><img class="size-full wp-image-1609" title="Ochsenschwanz angerichtet" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/ochsenschwanz-angerichtet.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Kurz vor dem Servieren in der Küche des &quot;Toga&quot;</p></div>
<p>Ich könnte jetzt noch davon erzählen wie wir nachts die Schönheiten Posens auf dem Marktplatz bewundert haben und von ihnen bewundert wurden, wie wir an einem warmen Frühlingstag eine ganze halbe Ente mit heisser Soße und dampfenden Klößen in einem anderen bemerkenswerten Restaurant verdrückt haben und ich vergaß dies alles zu fotografieren. Ich könnte berichten darüber,das wir uns mit der riesigen Portion Ente und den Klößen fühlten wie weiland an Weihnachten und das alles irgendwie genau so wenig in die Szene passte als wäre es aus einem Film der Coen Brüder entliehen und jede Minute könnte einer reinkommen und uns den Teppich versauen. Ich könnte über einen Metzger erzählen bei dem es verdammt gute Wurst gab, richtig fette Wurst, die ich eigentlich hasse, die aber so lecker war das auch ich begriff warum die Polen finden, daß sie die besten Würste der Welt fabrizieren und nicht die Deutschen. Ich könnte das alles erzählen. Aber ich mag nicht. Sollte sich ein Verlag melden gibt’s die restlichen 196 Seiten dann als Buch. Geht lieber mal raus in die Natur und macht einen schönen Spaziergang. Schaltet die Kiste doch mal ab. Komm, Schluss jetzt. Ich muss was futtern.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1591/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1591&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Bunte Häuser in Poznan</media:title>
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			<media:title type="html">Der lustige Glückshase</media:title>
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			<media:title type="html">Das Theater Novum</media:title>
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			<media:title type="html">Lachs mit Kaviar</media:title>
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			<media:title type="html">Vorspeise wird angerichtet</media:title>
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			<media:title type="html">Pate</media:title>
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			<media:title type="html">Tintenfisch</media:title>
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			<media:title type="html">Chefchen mit Lammhälfte</media:title>
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			<media:title type="html">Lamm vorbereitet</media:title>
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			<media:title type="html">Lamm fertig</media:title>
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			<media:title type="html">Küchenteam</media:title>
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			<media:title type="html">Mädels in Küche</media:title>
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			<media:title type="html">Ochsenschwanz zerteilt</media:title>
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			<media:title type="html">Ochse  Stunden reduziert</media:title>
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			<media:title type="html">Ochse stark reduziert</media:title>
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			<media:title type="html">Ochsenschwanz angerichtet</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Grillen &amp; Olivenöl</title>
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		<pubDate>Fri, 20 May 2011 15:46:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Food-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Zu Hause gekocht]]></category>
		<category><![CDATA[Griechisches Olivenöl]]></category>
		<category><![CDATA[grillen]]></category>
		<category><![CDATA[Kreta]]></category>
		<category><![CDATA[Olivenöl]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Tage &#38; Abende werden  nun endlich wieder wärmer, aus Nachbars Garten ziehen Rauchschwaden herüber, die Zeit zum Grillen ist mal wieder gekommen. Uns hat es schon Anfang April nicht mehr halten können. Besonders gefallen hat uns diesmal ein selbst gemachtes Öl mit Aromaten aus einem fantastischen Kreta-Olivenöl, frischem Rosmarin, Knoblauch und Lemone, das ganz [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1582&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Tage &amp; Abende werden  nun endlich wieder wärmer, aus Nachbars Garten ziehen Rauchschwaden herüber, die Zeit zum Grillen ist mal wieder gekommen.</p>
<p>Uns hat es schon Anfang April nicht mehr halten können. Besonders gefallen hat uns diesmal ein selbst gemachtes Öl mit Aromaten aus einem fantastischen Kreta-Olivenöl, frischem Rosmarin, Knoblauch und Lemone, das ganz wunderbar schmeckte. Perfekt passt dieses Öl zu Lamm und Fisch.</p>
<p>Ich benutze am liebsten kretische oder griechische Öle, diese grün schimmernden, dicken Wahnsinnssöle. Ob Kreta, Toskana oder Südfrankreich, das ist sicherlich Geschmackssache, vielleicht hilft der Kauf „meines“ Öles ja, die griechische Wirtschaft wieder anzukurbeln..</p>
<div id="attachment_1583" class="wp-caption aligncenter" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/olivenc3b6l.jpg"><img class="size-full wp-image-1583" title="Olivenöl" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/olivenc3b6l.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Aromatisiertes Olivenöl.</p></div>
<p>Zerteilen Sie ein paar frische Rosmarinzweige (Finger weg von dem getrockneten Zeug) und hauen Sie kurz mit dem Messer drauf, damit das Öl austreten kann. Ein paar Knoblauchzehen grob zerhacken und mit ein paar Limettenscheiben in eine Schüssel geben und mit dem Olivenöl aufgießen.. Die Scheiben büsschen ausdrücken, die ganze Geschichte 2 Stunden ziehen lassen. Viel davon als Würze auf den gegrillten Fisch oder das gegrillte Lämmchen. Dazu ein leckerer Südfranzose im Weinglas und die Welt ist für ein paar Stunden wieder in Ordnung.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1582/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1582&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Olivenöl</media:title>
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	</item>
		<item>
		<title>Reise nach Polen, Teil I. Das Restaurant &#8222;Toga&#8220; in Poznan.</title>
		<link>http://theeverlastingclub.wordpress.com/2011/05/19/reise-nach-polen-teil-i-zu-gast-im-restaurant-toga-in-poznan/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 07:52:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essen gehen]]></category>
		<category><![CDATA[Food-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Freunde]]></category>
		<category><![CDATA[Kulinarisch reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[polnische Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Typisch polnisch]]></category>
		<category><![CDATA[Polnische Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurant in Posen]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurant Toga]]></category>
		<category><![CDATA[Zu Gast im Toga]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Gast bei meinem Freund in Poznan wurde mir das „Toga“ als bestes Restaurant Poznans, wenn nicht gar ganz Polens, angepriesen. Als fast einzigartiger Fall einer sich mir bekannten selbst erfüllenden Prophezeiung möchte ich hier über unsere kulinarischen Grenzerfahrungen in diesem Tempel der oralen Lust Bericht erstatten. Wir steigen schmale Treppenstufen eines über uns emporragenden [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1556&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Zu Gast bei meinem Freund in Poznan wurde mir das „Toga“ als bestes Restaurant Poznans, wenn nicht gar ganz Polens, angepriesen. Als fast einzigartiger Fall einer sich mir bekannten selbst erfüllenden Prophezeiung möchte ich hier über unsere kulinarischen Grenzerfahrungen in diesem Tempel der oralen Lust Bericht erstatten.</em></p>
<p>Wir steigen schmale Treppenstufen eines über uns emporragenden Polnischen Prachtgebäudes hinab. Hinter schmalen und Lust verheissenden Treppen wie diesen wurde ich selten enttäuscht, einerlei ob es sich um Kulinarik oder andere Verführungen handelte. Gierig, hungrig, ob der kommenden mir von meinem Freund angekündigten Genüsse, nehme ich fast 2 Stufen auf einmal, kann es garnicht abwarten dieses mir in so hohen Lobesliedern angepriesene Restaurant endlich betreten zu dürfen. Vor uns entfaltet sich ein nicht sehr großer, für einen Keller recht heller und doch gemütlicher Raum der Platz bietet für etwa 30 Gäste. Kunst an den Wänden, Fotos von irgendwelchen Inseln, war es Sansibar ? Wände aus Backsteinen gemauert, sensationell. Warmes Licht, ein paar Kerzen. Die Atmosphäre erinnert mich an die von mir so schmerzlich vermissten romantischen Restaurants im New Yorker Stadtteil „Greenwich Village“ , diesem Dorf in der Stadt, mit seinen gemütlichen, individuellen winzigen Lokalen. So ist das „Toga“, klein, gemütlich , sehr individuell, warm, schön, von Herzen. Dies ist ein Platz in dem Du Deiner Liebsten den Verlobungsring zusteckst. Es ist klein, aber nicht eng. Einige wenige Tische stehen in großzügigem Abstand und sind bestuhlt mit fantastischen Armsesseln (auf Rollen! Wo hat man seit den 70ern so etwas sehen dürfen?).</p>
<div id="attachment_1579" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/alex-im-toga.jpg"><img class="size-medium wp-image-1579 " title="Alex im Toga" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/alex-im-toga.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Ein wirklich wunderschöner Platz.</p></div>
<p>Ich verliebe mich sofort in diesen Ort, der Wohnzimmer, Küche und Gastraum in einem zu sein scheint. In einer Nische in der Wand brennen Kerzen, auf einem Tresen stehen selbstgebackene Kuchen und in einer anderen Mauer ist ein kleiner Ofen eingelassen der nicht nur als sentimentale Dekoration sondern tatsächlich als wirklich genutztes Werkzeug gebraucht wird. In Frankfurt hätten sie auf dieser Fläche etwa 200 Plätze untergebracht. Hier jedoch dürfen wir uns wie Könige fühlen. Wir nehmen Platz in einer lauschigen Ecke, breiten uns aus, geniessen den Raum um uns herum. Hier kannst du atmen, keine Geräusche stören vom Nebentisch, niemand rempelt einen an. So muss Gastronomie sein.  Die breiten Sessel ein Genuss, der Tisch eine Hommage an den letzten Urlaub in Griechenland, eine schwere Wucht aus verziertem , rauhen Stein. Ich lasse mich mit einem schweren Seufzer in die tiefen und bequemen Sessel fallen.  Unfassbar wie hier mit Platz und Material verschwenderisch umgegangen wird, wobei Kombination von Farbe &amp; Textur der Einrichtung den Gastraum eher wie das Wohnzimmer des Wirts wirken läßt, und wir später erfahren werden, daß der Wirt sein Restaurant auch wirklich als Wohnzimmer nutzt. Wir sitzen mit <em>Piotre</em>,  Inhaber und Wirt , am Tisch.</p>
<div id="attachment_1564" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/piotre-mit-flasche2.jpg"><img class="size-medium wp-image-1564" title="Piotre mit Flasche" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/piotre-mit-flasche2.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Piotre mit unserer ersten Flasche Tokaij.</p></div>
<p>Artifischl, der hier schon oftmals zuvor speiste,  annonciert die „must haves“, als da wären eine Suppe von Enten und andere Schmankerln auf die ich bald en Detail eingehen werde. Aber zunächst der Wein. Es soll heute ein ungarischer „Tokaij“ sein. Nicht meine erste Wahl aber Wein in Polen, das ist ein schwieriges Geschäft, und ich möchte eigentlich nur den Empfehlungen von Piotre folgen, keine Vorgaben machen, bloss Gast sein. Piotre, daß ist ein Mammut von Gastronom, eine mehr als breite Erscheinung, wenn er mit seiner massiven Gestalt durch den Raum pflügt möchte man als Gast in Erfurcht erstarren. Ein Wirt solcher Rubensgestalt mag auf die Küche schliessen und seine massive Erscheinung unterstreicht nur meine voller Vorfreude angeheizten Erwartungen. Die Karte, sie ist in polnischer Sprache verfasst, mit vielen Positionen. Vielleicht kommen wir beim nächsten Male darauf zurück, heute wollen wir einfach nur den Empfehlungen des Wirts folgen. Der gute Artifischl erklärt Piotre das ich gerne ein paar seiner vielen mir als absolute Spezialitäten angepriesenen Gerichte kosten würde. Also wirklich original polnische Schmankerl, auf hohem Niveau präsentiert. Piotre scheint diese Idee zu gefallen. Wir einigen uns zunächst auf 3 Gänge. Es sollten dann derer noch reichlich mehr werden&#8230;</p>
<div id="attachment_1565" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/piotre-und-eva-die-kc3b6chin.jpg"><img class="size-medium wp-image-1565" title="Piotre und Eva, die Köchin." src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/piotre-und-eva-die-kc3b6chin.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Piotre und Eva, die Köchin.</p></div>
<p>Zunächst wollen wir aber Eva begrüßen, die charmante Frau Piotres und Köchin. Das Ehepaar hat die Arbeit unter sich aufgeteilt. Piotre kümmert sich um „seine“ Gäste, sorgt für gute Unterhaltung im Gastraum, Eva zaubert in der Küche, und sie zaubert wie eine Elfe. Liebenswert, die zwei. Piotre bleibt fast den ganzen Abend bei uns am Tisch sitzen, plaudert, genießt mit uns zusammen. Wir atmen tief durch, es geht los. Man reicht uns ein rustikales Holztablett mit urigen, polnischen Vorspeisen : Fabelhafter Speck, der auf der Zunge schmilzt, sensationelle eingelegte, saftige Pflaumen sowie süßlich-herbe Dörrpflaumen (für beide habe ich ein besonderes Faible und fühle mich schon jetzt im Himmel), dann eine großartige, selbstverständlich im eigenen Ofen (und zwar dem im Gastraum!) hergestellte Pastete voll würziger Kraft. Dazu ein paar obligatorische Oliven, Salami, Gurken, alles noch von recht banaler Erscheinung aber von definitiv überirdischer Qualität, dennoch von unfassbarem Understatement ob der kulinarischen Feuerwerke die da noch kommen sollten.</p>
<div id="attachment_1567" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/vorspeisen.jpg"><img class="size-medium wp-image-1567" title="Vorspeisen" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/vorspeisen.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">..und damit ging es dann los!</p></div>
<p>Wir machen ein kleines Päuschen, fachsimpeln gemütlich zusammen über die Gastronomie in Poznan. Piotre sagt, man müsse mit dem Essen „spielen“, es neu erfinden. Zu vorgerückter Stunde werde ich verstehen was er meint. Doch bald sollte es schon weiter gehen. Das „Tartar“ wurde mir empfohlen, Piotre noch unwissend, das dies eine meiner absoluten Leibspeisen ist. So durfte es dann auch vom „Pferd“ sein, eine Zubereitungsart, die ich bis dahin noch nicht gekostet hatte. Meine Frage, warum es dennoch so zart sei, wurde damit beantwortet, daß dies Fleisch von jungen Folen sei. Ahja, wie schön. Jetzt nur nicht sentimental werden. Das Pferdefleisch glänzte dunkel, voller blutigem Saft und roh in der Mitte des ausladenden Tellers, darum drapiert die klassischen condiments des Tartars : Gurken, Zwiebeln, Sardelle, ein rohes Ei obenauf und ein paar Geheimnisse nebenbei.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/tartar.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1569" title="Tartar" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/tartar.jpg?w=300&#038;h=225" alt="Das Tartar." width="300" height="225" /></a></p>
<p>Ich hätte mir an dieser Stelle noch Cognac als Dreingabe zum Anmachen des Fleisches gewünscht, wollte den Wirt aber nicht brüskieren und schliesslich waren wir ja auch nicht in Paris, sondern in Poznan. Ich habe wiederholt gutes Tartar in Deutschland genossen, aber niemals dermassen perfektes. Allen Vegetariern möchte ich an dieser Stelle mein aufrichtiges Beileid bezeugen, aber wie sollte man einem Eunuchen auch den Genuss des verdammt besten Ficks aller Zeiten erklären ? Pferd, pardon Folen,  dürfte jedenfalls ab heute öfter auf meiner Speisekarte stehen. Ein kleines Päuschen, eine weitere Flasche geöffnet. Dann die Offenbarung : Ein weisser Teller mit einer pechschwarzen Substanz wird aufgetragen. Eine dunkle, sirupartige Suppe von der Ente, mit Einlage von Entenfleisch und Früchten. Güldene Scheiben von süßen, angerösteten Äpfeln und Dörrpflaumen, so schwarz wie die Nacht, treiben in einem finsteren Nebel aus pfeffrigem Samt, der mit Entenblut eingedickt wurde, so wie man das in wenigen Teilen Deutschlands noch vom „Gänsepfeffer“ her kennt. Jeder Löffel ein Zungenorgasmus, vielleicht das Beste das ich in meinem Leben je kosten durfte. Nein, nicht vielleicht, dies ist das Geilste was ich je im Mund hatte. Ganz großes Kino. Eine samtige Soße voll würziger Macht umspielt meine Zunge voller Süße und Schärfe.</p>
<div id="attachment_1571" class="wp-caption alignleft" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/entensuppe.jpg"><img class="size-full wp-image-1571" title="Entensuppe" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/entensuppe.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Die geniale Entensuppe.</p></div>
<p>An dieser Stelle hätten wir aufhören, hätten wir abbrechen können, nein <em>müssen</em>, schwelgend im Genuss der vielleicht besten Suppe unseres Lebens, aber nein.. es musste noch mehr aufgetragen werden, Piotre wollte dem deutschen Gast seines Freundes zeigen was er, vielmehr was seine Frau Eva, die Köchin, sonst noch so alles drauf hat! Über unseren Gesprächen fallen die Worte „Bigos“ und ich mag Bigos und ich will es haben, und zwar jetzt gleich, am besten als Zwischengang. Piotre grinst schelmisch, und mit der für seine polnischen Landsleute so typischen „Bescheidenheit“, die wir an diesem wundervollen Abend noch oftmals erleben durften, erklärte er mir gleichgültig und mit aufgeplustertem Gesicht, das „Bigos“ nun WIRKLICH nichts besonderes sei, sondern vielmehr von winzigen Details lebte, die man dem Grundgericht, einer Art eingekochtem, mariniertem, Kohl, abgewinnen müsse, wenn man denn wüsste, wie dies zu bewerkstelligen sei, was selbstredend niemand ausserhalb Polens und schon gar kein Deutscher jemals bewerkstelligen könnte, und möchten Sie noch eine Flasche ausgezeichneten Tokaij ? Polnische Bescheidenheit en gros.</p>
<div id="attachment_1572" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/bigos.jpg"><img class="size-medium wp-image-1572" title="Bigos" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/bigos.jpg?w=300&#038;h=225" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Bigos.</p></div>
<p>Also bekam ich Kohl, oder Bigos, in seiner Grundsubstanz, in seiner reinen Urform, so wie man es ausserhalb Polens wohl niemals erleben wird, serviert in einer silbrig glänzenden blechernen Schale aus Metall, von einem Koch zum anderen. Und es schmeckte großartig und ich war erneut im kulinarischen polnischen Himmel. Nur dabei durfte es ja nicht bleiben, noch weitere Überraschungen mussten folgen. Ich betone das an dieser Stelle, weil wir defintiv NICHT wussten was da auf uns zurollte, uns überrollen sollte, uns der Sinne berauben würde. Nach einer kleinen Pause mit viel Schnack der einherging mit dem Öffnen einer weiteren Flasche Tokaij, die nebenbei bemerkt ganz großartig mundete, wurde uns der vierte Gang serviert, ein knusprig angebratener Kartoffelkuchen, kross, mit wunderbarem Aroma, leicht scharf, an grandiosen Steinpilzen (weiß Gott wo er die zu dieser Jahreszeit in dieser sensationellen Qualität herzauberte!?).</p>
<div id="attachment_1573" class="wp-caption alignleft" style="width: 245px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/kartoffelkuchen.jpg"><img class="size-full wp-image-1573" title="Kartoffelkuchen" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/kartoffelkuchen.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Kartoffelkuchen mit Steinpilzen.</p></div>
<p>Dieser „Kartoffelkuchen“ für sich alleine genommen, an einem warmen Frühlingstag genossen, dazu vielleicht ein Glas gut gekühlter Riesling oder Chablis, wäre schon ein hochgeradig sättigender Hochgenuss gewesen. Die Pilze, ich sagte dies, eine kleine Sensation. Vielleicht ein Punkt um Sättigung zu signalisieren, aber gemach! Noch mehr sollte folgen. Als finalen Gang präsentierte uns Piotre Schweinebacken. Und zwar an Kohl, diesmal selbstredend auf eine gänzlich neuen Spielart zu einer dunklen Sphäre mariniert, mit einer Art körnigem Bulgur das dem Gericht einen kontinentalen Crossover irgendwo zwischen Beirut und Californien verlieh, sowie einer würzig-süßen Orangensauce die Sterneniveau nicht nur erreichte sondern meiner Meinung nach überstieg. Es war eine kleine Sensation, überragend zubereitet und präsentiert. Mit einer kleinen Kasserolle an der Seite meines aus dem Wunderland entliehenen Tisches,  aus der ich mir die heisse Sauce von zuckriger Konsistenz in beliebiger Menge auf das Kunstwerk gießen durfte. Ein Himmelswerk.</p>
<div id="attachment_1574" class="wp-caption alignleft" style="width: 323px"><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/schweinebacken.jpg"><img class="size-full wp-image-1574" title="Schweinebacken" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/05/schweinebacken.jpg?w=614" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">Schweinebacken mit Orangensauce.</p></div>
<p>Dieser Restaurantbesuch war wie ein halluzinierter Traum aus der verschwitzten Nacht eines Gourmets, eine fast unbeschreibliche Steigerung vollendeter Genüsse grenzenloser Lust. Muten  die polnischen Gerichte auf dem Teller auch seltsam monochrom an, mit ihren eindeutig in die schwere, dunkle, wenig differenzierten und auf den Fotos in blassem schwarz erscheinendem Grundton, so waren sie auf der Zunge ein Feuerwerk subtiler Aromen, wie ich sie lange nicht mehr erleben durfte.</p>
<p>Ähnliche Erfahrungen wie diese, also wirklich auf uralte Rezepte zurückgehende Gerichte, gepaart mit Kreativität, Infusionen neuer Ideen und hervorragenden Produkten zu geniessen, dabei jedoch keine überteuerten Preise zahlen zu müssen, habe ich nur selten im Leben machen dürfen. „Toga“ erinnert an die kleinen, hochkreativen Küchen in den versteckten Winkeln dieser Welt, gepaart mit fast längst vergessenen Rezepten aus Omas Küche, seien es so vermeintlich simpel anmutende und zu Unrecht in Vergessenheit geratene Dinge wie Blut, Einbrenn oder fetter Speck. Grandios.</p>
<p>Artifischl, mein Lieber, ich danke Dir von ganzem Herzen, daß Du mich an diesem wundervollem, orgiastischem  Gastronomie-Erlebnis hast teilhaben lassen. Ich komme zurück für MEHR!</p>
<p>To Be Continued&#8230;.</p>
<p>Alex</p>
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		<title>Klaus Trebes ist tot. Ein Nachruf.</title>
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		<pubDate>Fri, 06 May 2011 07:36:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Restaurantgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Gargantua]]></category>
		<category><![CDATA[Klaus Trebes]]></category>

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		<description><![CDATA[Eben saßen wir noch in der warmen Frühlings-Sonne, lachten und ließen uns den kühlen Weiswein schmecken. Wir verlachten die Welt und die Gedanken kreisten sorgenlos mehr oder weniger um uns selbst. Vor einigen Tagen erst sagte ich einem Freund, ich wolle keine negativen Dinge mehr hier auf dem Blog schreiben, nur noch über Schönes berichten. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1549&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eben saßen wir noch in der warmen Frühlings-Sonne, lachten und ließen uns den kühlen Weiswein schmecken. Wir verlachten die Welt und die Gedanken kreisten sorgenlos mehr oder weniger um uns selbst. Vor einigen Tagen erst sagte ich einem Freund, ich wolle keine negativen Dinge mehr hier auf dem Blog schreiben, nur noch über Schönes berichten.</p>
<p>Dann die ganz schlimme Nachricht. Klaus Trebes ist gestorben.</p>
<p>Der von mir so hoch geschätzte Freund, Gastronom, Padron des fabelhaften „Gargantua“, Koch, Autor und Autodidakt, dieser ganz große, humorvolle, wunderbare Mensch, dem ich über fast 2 Jahrzehnte lang in unzähligen Stunden am Tisch gegenüber sitzen und den ich belauschen durfte, der mir die Welt erklärte, mit seinen fantastischen Geschichten und Gerichten so manchen trüben Tag versüßte, er ist nicht mehr da. Längst wollte ich doch wieder in seinem so wunderbaren, erst kürzlich neu eröffneten Restaurant einkehren, wollte Freunde mitbringen, denen ich schon seit Monaten erzählte, das der Klaus, nachdem er das „Gargantua“ im Westend aufgeben musste, einen Neuanfang wagte, in einem wunderschönen Ambiente mit seinen immerhin über 60 Jahren sein „Gargantua“ noch einmal neu erfunden hatte, nach zuletzt wohl oft schweren Jahren, voller Zweifel und manchen Krisen, in denen auch ich zuletzt häufig fernblieb. Es tut mir so wahnsinnig leid.</p>
<p>Klaus Trebes war ein ganz Großer, aber dazu wird sehr bald in den Zeitungen zu lesen sein und ich erspare es uns jetzt die ganze lange Lebensgeschichte dieses großen Künstlers und Feinschmeckers aufzurollen. Ich war nur Begleiter kurzer Lebensabschnitte, andere kannten ihn viel länger. Aber dieser Mann hat mir so vieles beigebracht, hat mich geprägt und zum Kochen angeregt, z.B. wie man so wundervolle Gerichte wie Ochsenschwanz richtig zubereitet. Erst kürzlich habe ich dieses Gericht in Polen im Restaurant von Freund artifischl zubereitet. Ich wollte dem Klaus das bald erzählen, ihm Fotos zeigen. Jetzt ist es zu spät.</p>
<p>Vor ein paar Wochen war ich noch bei ihm im neuen Restaurant. Er hatte nach einer Krankheit sehr stark abgenommen, aber es hatte nicht den Anschein, daß es ihm schlecht ginge. Wir flachsten ein wenig über die Übergewichtigen zu denen wir früher ja beide zählten und ich machte mir schon ein wenig Sorgen, denn er war einfach <em>zu</em> dünn, aber er sprach nicht gerne darüber. Viele Stunden saß er bei mir am Tisch. Klaus Trebes hatte mir seine neuen Gerichte erklärt, den schönen Strudel mit Flusskrebsen zum Beispiel sollte ich unbedingt probieren, also tat ich wie er befahl und das Gericht war so lecker! „Mal was anderes“ sagte er, schmunzelnd. Weil wir ja schon so oft seine Flusskrebse genossen hatten, in all den Jahren. Zu Hause habe ich mit zerschnittenen, blutenden Fingern so lange geübt, bis ich die Dinger dann mal, so um 1998, richtig hinbekam. Er machte die „nebenbei“. Nach dem Strudel hatte ich dann seine berühmten „Kutteln mit Morcheln“. Ein Gericht zum niederknien, einmalig, sensationell und vor allem mutig! Sehr sehr lange war ich nicht mehr im Gargantua gewesen, also plauderten wir gemütlich den Nachmittag hinweg, während ich mich durch seine neue Speisekarte futterte. Diese letzten gemeinsamen Stunden sind mir für immer in das Hirn eingebrannt wie mit Säure. Diese Momente werden mir so wahnsinnig fehlen. Der Klaus wird mir fehlen. Diese schönen, ruhigen Momente, wenn er einen durch seinen Bart angrinste, wohl wissentlich das er da ja wieder genau unseren Geschmack getroffen hatte, wissentlich mal wieder eine fantastische, neue Kreation serviert zu haben, die man sonst nirgends finden würde, damit aber nie wirklich aufschneiden wollte. Das Gargantua war immer mein Refugium. Ein Ort des guten Geschmacks. Keine aufdringliche, sondern dezente, gute Musik im Hintergrund. Eine Atmosphäre wie in einem mediterranen Familienlokal. Sensationelle, kreative Küche des Marktes, viele frische Ideen, liebenswerte Überraschungen, kräftige Aromen, alles serviert von einem Überzeugungstäter. Meine liebsten Lebensgefährtinnen brachte ich hierher. Wen ich in  das „Gargantua“ mitnahm, der war meine Liebe gewiss. Und das waren nicht viele. Niemals war ich jeh irgendwo anders glücklicher. <em>Niemals.</em></p>
<p>Es war zu gut um war zu sein. <em>Klaus</em> war zu gut um war zu sein. Mein liebster Ort in Frankfurt über eine sehr lange Zeit. Und nun ist alles vorbei.</p>
<p>Im Bücherregal stehen die beiden Kochbücher von Trebes, beide mit Widmung signiert. Manch Seite eingerissen, verklebt und vollgekleckst, weil regelmäßig in der Küche zu Rate gezogen. Stumme Zeugen längst vergangener klassischer Kochabende und zufriedener Freunde, die ich Klaus Trebes zu verdanken habe. Relikte toller Tage, gefüllt mit Rezepten wie sie die talentfreie, hiesige Pseudo-Gastronomie mit ihren hingeschluderten Bistrot-Gerichten oder den populären Lektüre-absondernden, drittklassigen Retortenbabies einer degenerierten TV- und Popgeneration in einigen Jahren nicht einmal mehr <em>reproduzieren</em> wird können. Mangels Liebe zum Produkt, mangels Wertschätzung zum Gast, vor allem aber <em> mangels Talent</em>. Man sollte kein Restaurant eröffnen um das schnelle Geld zu verdienen, man sollte es wie der Klaus zu seiner Zeit aus Leidenschaft tun, und zwar weil man sich wie einst der Klaus, dazu berufen fühlt. Klaus hat gutes Essen <em>gelebt</em>. Klaus Trebes war Sinnbild für Qualität und nicht nur ich hätte ihm so viel mehr Raum in den Medien gewünscht. Legendär  seine Kolumne im ehem. FAZ Magazin. Diese Woche hätte er in Darmstadt eine Rede anlässlich eines Thementages um Stadt und Kulinarik, zusammen mit Wolfram Siebeck, halten sollen. Menschen wie Klaus Trebes haben uns gezeigt wie es gehen kann. Wenn man versteht. Wenn man Gefühl und Geschmack hat. Klaus hat uns gezeigt wie man mit Flusskrebsen kocht als viele längst vergessen hatten, daß es Flusskrebse früher in großer Zahl auch in Deutschland gab. Er hat uns gezeigt wie man Trüffel richtig benutzt. Und das so profane Dinge der Deutschen Küche wie Kutteln, Schwarzwurzel, Kartoffelstampf und Bratwurst ganz wunderbar sein können, auch wenn sie in dem Gastro-kranken Frankfurt eigentlich kaum jemand mehr richtig gut und mit Liebe zubereitet. Klaus war neugierig, reiste viel und kombinierte in seinem scharfen Geiste. Er war einmalig. Er hinterläßt eine Lücke die nicht mehr zu schliessen sein wird. Und ich sitze jetzt hier und weiss nicht wie ich das verkraften soll.</p>
<p>So schnell kann also alles vorbei sein. Und jetzt sitze ich hier bei meinem Wein und heule.</p>
<p>Darum schreie ich es heraus : Lebt JETZT! Verballert Eure Kohle und lasst es Euch in Eurem Lieblingslokal schmecken und verbringt mehr Zeit mit denen, die es <em>wert</em> sind. Schon Morgen kann alles ein Ende haben. Wollt Ihr denn ewig leben, der Reichste auf dem Friedhof sein, nachdem Ihr 40 Jahre Fensterkitt gefressen habt  ? Dann hockt Ihr zahnlos in Euren Villen und schlürft Haferschleim. Die Erbengeneration freut sich schon! Ich fühle mich in meinem Glauben bestätigt, trauere keinem Hundert-Euro-Schein nach, den ich bei Klaus gelassen habe, wünschte, es wären derer noch viel viel mehr gewesen.</p>
<p>In den Gedanken an seine wunderbaren Gerichte und an die Tage und Nächte voller Zauber &amp; Wunder, wird er ewig für mich weiterleben.</p>
<p>In meiner Erinnerung.</p>
<p>In tiefer Trauer</p>
<p>Alex</p>
<p><em>„Darum zertrümmern wir auch Teller,</em></p>
<p><em>denn morgen werden wir nicht mehr da sein!“</em></p>
<p><em>                                                        aus dem Film &#8222;Der große Grieche&#8220;.<br />
</em></p>
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		<title>OCTOPUS</title>
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		<comments>http://theeverlastingclub.wordpress.com/2011/03/25/octopus/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 25 Mar 2011 06:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essen gehen]]></category>
		<category><![CDATA[Food-Talk]]></category>
		<category><![CDATA[Kalmar]]></category>
		<category><![CDATA[Octopus]]></category>
		<category><![CDATA[Tintenfisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist er nicht schön ? Auf den Punkt butterzart gegart und anschliessend auf dem Grill knusprig gebraten. Vorgestern hat er noch im Mittelmeer gezappelt, so frisch war der. Mit etwas Zitrone und feinem Olivenöl beträufeln, fertig ist der Mittelmeerschmaus. Genossen bei fast sommerlichen 20 Grad auf der Terrasse, fast ein kleiner Urlaub.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1539&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist er nicht schön ? Auf den Punkt butterzart gegart und anschliessend auf dem Grill knusprig gebraten. Vorgestern hat er noch im Mittelmeer gezappelt, so frisch war der. Mit etwas Zitrone und feinem Olivenöl beträufeln, fertig ist der Mittelmeerschmaus. Genossen bei fast sommerlichen 20 Grad auf der Terrasse, fast ein kleiner Urlaub.</p>
<p><a href="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/03/foto0289-web.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1540" title="Foto0289 Web" src="http://theeverlastingclub.files.wordpress.com/2011/03/foto0289-web.jpg?w=614" alt="Ein halber Krake, frisch vom Mittelmeer."   /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1539/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1539&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Bruno ist wieder da!</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Mar 2011 14:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Essen gehen]]></category>
		<category><![CDATA[Restauranteröffnung]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[Bruno Lauffenburger]]></category>
		<category><![CDATA[Frankfurt]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Französische Filme]]></category>
		<category><![CDATA[Französischer Wein]]></category>
		<category><![CDATA[Maaschanz]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurants]]></category>

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		<description><![CDATA[Prolog : Es war einmal ein wundervolles französisches Restaurant am Ufer des Mains, fast zu schön um war zu sein. Der Name des Restaurants war „Maaschanz“, abgeleitet vom franz. „ma chance“. Die Menschen waren glücklich dort, sie sangen und tanzten und frohlockten den leiblichen Genüssen viele selige Jahre lang. Es war ein wundervoller Ort des [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1532&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Prolog : </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Es war einmal ein wundervolles französisches Restaurant am Ufer des Mains, fast zu schön um war zu sein. Der Name des Restaurants war „Maaschanz“, abgeleitet vom franz. „ma chance“. Die Menschen waren glücklich dort, sie sangen und tanzten und frohlockten den leiblichen Genüssen viele selige Jahre lang. Es war ein wundervoller Ort des Glücks, dieses Restaurant. Und dann, eines düsteren Tages, ward es verschwunden. Und wir, die man uns zurückließ in der eisigen kulinarischen Ödnis Frankfurts, uns blieb nur noch das Beten&#8230;.</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>5 Jahre später&#8230;</em></p>
<p>All unsere Gebete wurden erhört!</p>
<p>Nachdem der letzte Pächter aus meinem ehemaligen Lieblingsfranzosen einen Saustall gemacht hatte und mir aus gut informierten Kreisen sogar zugetragen wurde, das aus dieser großartigen Location beinahe ein <em>veganes</em> Restaurant hätte entstehen sollen, ist der alte Padron, Bruno Lauffenburger, wieder von seinen Wanderjahren aus dem Allgäu in sein „Wohnzimmer“ zurückgekehrt. Bruno Lauffenburger, daß ist Kult, daß ist ein Urgestein von einem Franzosen, mit rundem Bauch , puderroten Backen und freundlichem Gesicht. Man merkt das der Mann Freude an seinem Job hat, er ist mit Herzblut dabei, und dies bereits seit über 20 Jahren. Wir sprechen hier über den <span style="text-decoration:underline;">einzigen</span> Franzosen der Stadt mit monatlich wechselnder, regional-saisonaler Speisekarte zu vernünftigen Preisen. Grandiose, unverfälschte französische Klassiker die im Sinne einer echten regionalen Reise durch die Landschaften Frankreichs deren jeweilige Spezialitäten reflektieren. Jeden Monat aus einem anderen Winkel Frankreichs, aus dem Burgund, der Provence, der Bretagne, dem Elsass, der Auvergne, Champagne&#8230; usw. Darüber kann man sich auch auf der sehr schön gestalteten homepage (<a href="http://www.maaschanz.de/">www.maaschanz.de</a>) im Detail informiern. Den Fotos auf dieser gut gemachten Seite habe ich dann auch keine mehr hinzuzufügen.</p>
<p>In diesem Restaurant bekommt man bodenständige Klassiker der französischen Küche die es sonst kaum oder nur selten gibt und eben nicht nur das hinlänglich bekannte, pseudo-französische, Bistrot-Einerlei wie Tiefkühl-Flammekuchen, langweiliges Knoblauch-Baguette oder geschmacklose Schnecken in zuviel Fett, die in unsagbaren Lokalen in 5 Minuten aus dem Mis-En-Place von ungelernten Suppenkaspern zusammengewürfelt werden und mit der echten französischen Küche nicht viel gemeinsam haben. Bei Bruno wird noch ehrlich gekocht, werden eigene Terrinen fabriziert und Suppen, Eintöpfe und raffinierteste Soßen liebevoll nach traditionellen Rezepten zubereitet, ohne Abkürzungen zu nehmen. Regionale Produkte werden saisonal angeboten. Im Winter gibt es schwarze Trüffel, im Frühjahr Artischocken, im Herbst Wild und Pilze usw, die Reise durch die Regionen wird auch zu einer Wanderung durch die Jahreszeiten. Ich schwelge noch heute in Erinnerungen an köstliche, gefüllte Artischocken mit Schnecken in pikanter Sauce, einem sämigen „Bisque“ aus Taschenkrebsen (ein vergleichsweise recht aufwendiges Gericht, das wir zuvor in Frankfurt noch NIE irgendwo angeboten bekamen!), rosa gebratenem Wildhasen in einer fast schokoladig-dunklen, Pflaumen-Speck-Soße, Kalbsnieren in Calvados flambiert oder Froschschenkeln mit Kräutern a la Provence. Sogar die mit Orangen marinierten Oliven, die bereits bei Ankunft auf den hübschen Tischen zum knabbern bereit stehen, sind eine kleine geschmackliche Sensation. Neben der Karte wird auch immer ein 5-Gänge Menu für unter € 40,&#8211; (!) angeboten. Auf der uralten Schiefertafel über der Bar, die den letzten Pächter glücklicherweise überlebt hat, stehen dann sogar noch zusätzliche, oft täglich wechselnde Angebote ausserhalb der Speisekarte. Und frische Austern gibt es sowieso. Und zwar mit mildem Rotweinessig serviert, so wie in Frankreich.</p>
<p>Bei all diesen kulinarischen Superlativen geht bei Bruno trotzdem alles ein bisschen in die rustikale Richtung, Schicki-Micki Lokale hat Frankfurt ja auch wirklich genug. Dennoch stehen am Abend brennende Kerzen auf allen Tischen, sind die Tische weiss eingedeckt, das Ambiente wunderbar romantisch, und im Hintergrund singt leise Edith Piaf, was fast zu kitschig ist, mir aber sehr gut gefällt, weil es einfach <em>passt</em>. Es ist als säße man in einem dieser schönen kleinen Restaurants in Paris. Man fühlt sich einfach sauwohl. Früher haben wir hier immer mit der Frankfurter SlowFood-Gruppe getafelt, vielleicht kommen die ja auch bald wieder hierher. Für den Sommer hat Bruno jetzt sogar noch eine traumhafte Terrasse aufgebaut, direkt am Main vor der Dreikönigskirche, mit Aussicht auf Main, Kirche und die Frankfurter Skyline. Nicht ganz die Seine, aber toll. Möchte man in Frankfurt unverfälschte, abwechslungsreiche, originale und originelle französische Küche in hervorragendem Ambiente zu bezahlbaren Preisen, gibt es zur Maaschanz keine wirkliche Alternative. Man darf Brunos Kochstil natürlich nicht mit den elitären Kreationen eines Patrick Bittner im „Restaurant Francais“ vergleichen, und auch der andere Nobel-Franzose der Stadt, „Ernos Bistrot“, ist alleine schon wegen seiner unglaublich umfangreichen Weinkarte und den zugegebenermassen fantastisch in Szene gesetzten Luxusprodukten Oberliga. Möchte man aber nicht gleich € 100,&#8211; und mehr pro Person und Abend raushauen, und soll es dennoch französisch sein, wird die Wahl halt eng, in Frankfurt.</p>
<p>Ein Wort noch zum Wein, diesem so wichtigen Begleiter guter Speisen. Bruno Lauffenburger macht vor, daß gute französische Weine bezahlbar sein können, und dies nicht nur Glasweise. Wer nämlich einen 1er Cru Burgunder aus Beaune (seufz) für unter € 50,&#8211; auf der Karte anbietet straft alle gierigen Gastronomen die sich mit der Preislüge herausreden wollen, böse ab. Ich war es nämlich schon lange Leid, mir anhören zu müssen, man könne Burgund &amp; Bordeaux nicht mehr zu vernünftigen Preisen anbieten, kenne ich doch selber genug Weinhändler und ebenso die Einkaufspreise der Frankfurter Gastronomen. Es ist natürlich einfacher den billigen Chilenen im Schlauch beim Discounter zu holen und mit 800% Aufschlag für € 5,&#8211; das Glas zu verscheuern, anstatt sich die Mühe zu machen ein wenig zu suchen und dann Qualität direkt beim Erzeuger oder einem guten Händler einzukaufen. Auch weil es für mich keine wirkliche Alternative zu französischem Wein als Begleiter zu großartigem Essen gibt, darf Bruno mich jetzt wieder zu seinen ehemaligen/neuen Stammgästen zählen. Vielleicht sieht man sich dort ja mal. Bruno ist wieder da, und er ist zur Hochform aufgelaufen!</p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Und  welche Filme schauen wir danach ?</em></p>
<p>Natürlich etwas frankophiles. Sehr schön ist „Et Dieu Crea La Famme“ mit 60er Jahre Stil-Ikone Brigitte Bardot, vielleicht  ihr bester Film. Oder auch „So ist Paris!“. Auf jeden Fall aber „Before Sunset“ &amp; „After Sunrise“. Das ist französisches Lebensgefühl pur.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>The Return Of The Thin White Duke</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Mar 2011 07:15:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bloggerei]]></category>
		<category><![CDATA[The Everlasting Club]]></category>

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		<description><![CDATA[The Return Of The Thin White Duke Der Winter ist vorbei, die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Und ich melde mich zurück. Die vergangenen Monate waren eine recht harte Zeit, mit Krankheit, sehr viel Arbeit und Abstinenz von so manchen Genüssen. Und es war halt Winter. Ausser Rührei und Crema di Balsamico gibt [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1523&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>The Return Of The Thin White Duke</strong></p>
<p>Der Winter ist vorbei, die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Und ich melde mich zurück. Die vergangenen Monate waren eine recht harte Zeit, mit Krankheit, sehr viel Arbeit und Abstinenz von so manchen Genüssen. Und es war halt <em>Winter</em>. Ausser Rührei und Crema di Balsamico gibt es dann auch nur sehr wenige Dinge die ich noch mehr verabscheue als den deutschen Winter, mit seinem lästigen Schnee, der widerlichen Kälte, den rutschigen Strassen, den schweren Schuhen, den erkälteten Menschen, dem Eis-von-Windschutzscheibe-abgekratze am frühen Morgen, den schier endlosen, dunklen Stunden, den kahlen Bäumen, der fehlenden Sonne, den blassen Farben, dem Matsch vor dem Haus, den Deprimierten die sich vor die Frankfurter U-Bahn werfen und den lauten Weihnachtsgesellschaften neben meinem sonst so ruhigen Stammtisch im Restaurant. Aber es hat nun ein Ende. <strong>FUCK YOU</strong>, Winter!!!!</p>
<p>Die karge Zeit im Gulag habe ich allerdings genutzt um 20 Pfund abzuspecken. Vielleicht werden es ja auch noch nen paar Pfündchen mehr. Und nun geht es wieder hemmungslos und in neu erreichter Best-Form, motiviert und mit reichlich geschärften Sinnen weiter in Richtung kulinarischer Abenteuer. Vieles blieb liegen, Manches schreit geradezu danach endlich als Thema aufgegriffen zu werden, Rezepte wollen kundgetan werden, über tolle neue Restaurants möchte ich schreiben.</p>
<p>Dieser Blog soll Spaß machen. Euch genauso wie mir selbst. Als kleine Erfrischung zwischendurch oder Flucht aus dem Alltag, wenn der Tag mal trübe sein sollte. Hier kann man sich berieseln lassen oder auch teilhaben an Diskussionen über neue kulinarische Entdeckungen die es einfach wert sind, das man über sie spricht. Deshalb auch keine allzu kritischen Diskurse über politisch „korrekte“ Themen, Vorzüge Veganer Kost, Beschimpfung von rüpelhaften Rentnern an reichhaltig frequentierten Supermarktschlangen oder bemühte Beiträge zum Klima- oder Artenschutz. Auf anderen Blogs gibt es spitzzüngige Menschen genug, die sich in Endlosschleifen über solche Themen auslassen. Hier wird gegessen was auf den Tisch kommt, es muss ja nicht unbedingt ein Robbenbaby sein (obwohl..). Die kritische Auseinandersetzung mit Themen die Aua machen überlasse ich, mit Ausnahme des Bashings mieser Restaurants, anderen.</p>
<p>Genießt den Frühling!</p>
<p>Euer</p>
<p>Alex</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>“Wonderful, wonderful, wonder when</em></p>
<p><em>Have you sought fortune, evasive and shy ?</em></p>
<p><em>Well, drink to the men who protect you and I</em></p>
<p><em>Oh, drink, drink, raise your glass, raise your glass high”</em></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>David Bowie , ‘The Return Of The Thin Wite Duke’</em></p>
<p><em><br />
</em></p>
<p>Post Scriptum : Bevor es dann so richtig losgeht könnt ihr Euch vielleicht schon mal die von mir neu entdeckten Blogs „Droolfactor“ und „Sternefresser“ im Blogroll ansehen. Zwei strahlende Lichtgestalten am Bloghimmel der kulinarisch Besessenen. Auch dazu demnächst viel mehr.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/theeverlastingclub.wordpress.com/1523/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1523&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Weihnachten bei die Engländers &#8211; Über Stilton und Plumpudding.</title>
		<link>http://theeverlastingclub.wordpress.com/2011/01/23/weihnachten-bei-die-englanders-uber-stilton-und-plumpudding/</link>
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		<pubDate>Sun, 23 Jan 2011 11:45:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>TheEverlastingClub</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dinnerparty]]></category>
		<category><![CDATA[Zu Hause gekocht]]></category>
		<category><![CDATA[Englische Weihnachten kulinarich]]></category>

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		<description><![CDATA[Meinen Freund John hat es vor ein paar Jahren der Liebe wegen aus seinem Heimatland England nach Deutschland getrieben, und zwar inmitten eines hügeligen, einsamen Waldes in einem Naturschutzgebiet, wo sogar für manchen Deutschen der Hund begraben wäre. Deswegen halten ihn sogar seine Artgenossen im fernen England schon für etwas verrückt. Um seine home-sickness zu [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=theeverlastingclub.wordpress.com&amp;blog=19368868&amp;post=1517&amp;subd=theeverlastingclub&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meinen Freund John hat es vor ein paar Jahren der Liebe wegen aus seinem Heimatland England nach Deutschland getrieben, und zwar inmitten eines hügeligen, einsamen Waldes in einem Naturschutzgebiet, wo sogar für manchen Deutschen der Hund begraben wäre. Deswegen halten ihn sogar seine Artgenossen im fernen England schon für etwas verrückt. Um seine home-sickness zu bekämpfen hat er sich neben seinen britischen Möbeln noch zu Weihnachten das ein oder andere sehr britische, kulinarische Schmankerl importiert.</p>
<p>Wir sitzen auf riesigen englischen Club-Sofas. Auf dem Couchtisch vor uns steht ein etwa 4 Pfund schwerer „Stilton“. Der Klassiker der britischen Käse-Manufaktur. Dazu genießen wir gut gefüllte Gläser eines ausgezeichneten Portweines. Ich spreche da von Glas-Kalibern die normalerweise für den guten Roten herhalten müssen, also eher die Elefanten-Nummer aus dem Herrenclub denn das distingierte Damen-Gläschen. Schließlich ist ja Weihnachten.  Zum Käse reicht John ebenfalls in der Heimat produzierte „Apple Sauce“ sowie ein Glas mit süß-sauren Pickles, die bereits zur Unkenntlichkeit zerkleinert in einer trüben Masse treiben und gar nicht mal so lecker aussehen. Geschmeckt haben sie mir dann doch, wenngleich ich den von mir organisierten „Tiroler Feigensenf“ als condiment zum Stilton präferierte. Die süße Schärfe harmoniert ganz toll mit dem Käse. Stilton ist die hohe Weihe der Blauschimmelkäse. Er hat nicht die Schärfe eines Roquefort, nicht die cremige Eleganz eines Gorgonzola, sondern ist einfach nur ein Brett von Geschmacksgewalt am Gaumen. Nachdem wir ein gutes Drittel des Käses aufgefuttert haben reicht es uns dann allerdings auch erst einmal. Der Port zeigt ebenfalls erste Wirkungen. Durch diesen enthemmt schlägt John vor, später noch den obligatorischen „Christmas Pudding“ zu bereiten. Ich signalisiere euphorisch Beigeisterung. Dies wird von seiner (nicht britischen) Frau mit den Worten kommentiert : „Schmeckt Dir das etwa auch ? Oh jeh..“. Christmas Pudding, das muß man natürlich mögen.</p>
<p>Um hier Wikipedia nicht direkt zitieren zu müssen, obgleich deren Beschreibung der Sache schon recht nahe kommt, versuche ich es mal mit meinen eigenen Worten : Ein Christmas Pudding, oder auch „Plum Pudding“, hat mit dem was wir Deutschen unter „Pudding“ verstehen recht wenig zu tun. Es handelt sich dabei vielmehr um eine extrem massive, kompakte, schwere, dunkle Masse, deren Basis-Stoffe tierische Fette, Brot, Nüsse, in Alkohol wie Cognac, Whiskey, Rum oder Anderem, getränkte Früchte, Kirschen, Trockenobst und Mehl sind. Dazu Unmengen von Zucker und mehr Fett und noch mehr Alkohol. Die Dinger haben mehr Kalorien und Cholesterin pro Gramm als irgendeine sonst mir bekannte Speise.  Sie sind von einem englischen Weihnachtsfest nicht wegzudenken, gehören dort so sicher zum Fest wie bei uns die Lebkuchen und das Marzipanbrot. Der Pudding wird zunächst in heissem Wasserdampf gegart. Danach ist er genießbar. Wenn man sowas mag. Vielleicht kennt der ein oder andere von Euch die Donald Duck Geschichte „Onkel Dagobert und das Bombastium“ von dem berühmten Zeichner Carl Barks. Die Geschichte handelt von einer massiven, seltsamen Kugel die jedesmal anders schmeckt, wenn man an ihr leckt. Man könnte meinen, Barks hätte sich vom Christmas Pudding inspirieren lassen&#8230; Zum Bombastium, bzw. Pudding, bereitet John eine heisse Vanillesauce. „Well, because it&#8217;s tradition.“. Da ich lieber kalte Dinge nasche bekomme ich eine Dose orig. britischen „Armagnac Bourbon Vanilla Custard“ aus dem Kühlschrank als Beilage. Das ist eine Art extrem dicke Vanillesauce, eher schon das was wir unter einem Pudding verstehen, mit Armagnac und Whiskey versetzt. Die gießen wir über den warmen Pudding. Wenn ich mich nicht verzählt habe, befinden sich jetzt so 4 verschiedene hochprozentige Alkholika in dem Dessert. Der Teller wiegt schwer in den Händen, wir wagen es. Es schmeckt großartig! Der krönende Abschluss eines ohnehin von kulinarischen Überraschungen durchsetzten, großartigen Jahres. Als würde man einen riesigen, warmen, in Alkohol getränkten Lebkuchen futtern. Der alkoholisierte Vanillepudding dazu macht sofort süchtig. Es wird einige Runden auf dem Laufband kosten, daß wieder abzutrainieren, aber ich möchte das Ereignis nicht missen und empfehle es jedem für nächstes Weihnachten!</p>
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